Liebeskummer - Beratung - Therapie

Home

Methoden

Krankheitsbilder

Paartherapie

    Coaching Hypnose Zur Person Stadtplan E- Mail

Dr. med. Gábor Majtényi

Facharzt für Psychotherapie und Psychosomatische Medizin 

Alle Kassen und Privat

Einzel- und Gruppentherapien, Paartherapie

40479 Düsseldorf      Inselstraße 13

Anmeldung: Tel.  0211 - 4981555 

Anmeldung E-Mail

Psychoanalytisch verstehen - systemisch denken - lösungsorientiert therapieren

Liebeskummer, Verlust, Trauer

 

Der Verlust einer geliebten Person durch Verlassenwerden oder Tod führt bei jedem Menschen zu einer außerordentlich schmerzhaften und komplexen seelischen Reaktion. Dem "Liebeskummer" wurde von der Psychotherapie und der Psychologie lange Zeit als "normaler" seelischen Erscheinung relativ wenig Beachtung geschenkt, obwohl es sich um einen psychischen Verarbeitungsprozess handelt, der vielleicht mit dem größten uns bekannten seelischen Leidensdruck einhergeht.

Verlustreaktion und Liebeskummer können sich in vielen Fällen wirklich im "gesunden" seelischen Bereich abspielen. In diesen Fällen herrscht in der Symptomatik das Gefühl der Trauer vor, das schmerzhafte Erleben einer depressionsartigen, antriebsgestörten, ohnmächtigen psychischen Lähmung, verbunden mit einem geradezu fassbaren körperlichen Leidensdruck. Die "reine" "normale" psychische Trauerreaktion oder der Liebeskummer hat einen typischen Verlauf, dessen Stadien sich in einer bestimmten zeitlichen und psychologischen Abfolge abspielen. Der Trauerprozess kann in diesen Fällen erfahrungsgemäß nach 2 - 12 Monaten abgeschlossen werden, wobei der Leidensdruck nach einer gewissen Zeit kontinuierlich abnimmt. 

Der "normalpsychologische" Verlauf von Liebeskummer und Verlustreaktionen

Die erste Phase 

der psychisch gesunden Trauer und des Liebeskummers wird durch das "Ungeschehenmachen" geprägt. In diesen ersten Wochen nach Verlassenwerden oder Tod einer emotional entscheidend wichtigen Bezugsperson bemühen sich die psychischen Abwehrkräfte - um den gesamten Organismus von der unkontrollierbaren Schmerzüberflutung zu schützen -  die Realitäten gar nicht wahrzunehmen und in der Fantasie sämtliche Argumente, Gefühle und Hoffnungen zu mobilisieren, die die "Unmöglichkeit" der Fakten nachweisen. Das durch Tod verlorengegangene Liebesobjekt wird überall "gesehen", es ist immer präsent, wenn es im Falle einer Trennung physisch erreichbar ist, kann der Liebeskummer durch Begegnungen, die vom Leidenden angestrebt werden, vorübergehend vollständig abgewehrt und ausgesetzt werden. Der/die Verlassene konstruiert in der Fantasie permanent verschiedene Sätze und Klärungsmodelle, die mit "kristallklarer Logik" nachweisen, dass das Ganze ein fataler Irrtum ist, alle Methoden erscheinen gut, um den stechenden, bohrenden, unerträglichen seelischen Schmerz nicht zu empfinden. Oft werden Im Falle einer Trennung  vielleicht realistische Therapiechancen einer Paarbeziehung durch solche unüberlegten, verzweifelten, verfrühten und gekränkten Wiederannäherungs- und Klärungsversuche der Verlassenen vertan. Daher sollten Sie, wenn Sie unglücklicherweise verlassen worden sind und schwer an Ihrem Liebeskummer leiden, so schnell wie möglich einen erfahrenen Psychotherapeuten oder Paartherapeuten konsultieren, um wirklich optimale Strategien einer vielleicht möglichen Wiederannäherung zu erarbeiten.

In der zweiten "echten" Trauerphase 

wird die schmerzliche Realität der Endgültigkeit fassbar, depressiv gefärbte, weinerlich verzweifelte Verlassenheit und echter Liebeskummer überfluten beinahe den gesamten Organismus der Verlassenen. Das Gefühl eines gewissen Endgültigkeitserlebens  "Der Liebeskummer wird nie aufhören", Hoffnungslosigkeit begleitet durch Hoffnungsattacken, Zwangsgrübeln und die manchmal unkritische Überlastung des Freundeskreises durch endlose Besprechungen über das Verlorengegangene sind typische Merkmale dieser Phase. Die Schuld an der Trennung wird oft gänzlich dem/der "moralisch unzulänglichen und grausamen" Ex-Partner/in zugeschrieben und im früher gemeinsamen Freundeskreis moralische Verbündete gesucht. Der Leidensdruck lässt jedoch kontinuierlich nach, der Tränenfluss versickert langsam und die dritte

Verarbeitungsphase 

tritt ein. Die Stimmung hellt sich langsam aber kontinuierlich auf, die Schmerz- und Trauerschübe werden seltener, das Humorgefühl kehrt zurück, der Liebeskummer löst sich auf, Antrieb und Stimmung stabilisieren sich zunehmend, der Anteil an eigener Zuständigkeit für die Trennung wird zunächst schmerzhaft, später begeleitet durch zunehmende Einsichten wahrgenommen. Diese Phase bietet viele Chancen für eine echte Weiterentwicklung der Persönlichkeit der Betroffenen.

Psychisch kranke, pathologische Formen des Liebeskummers und der Verlustreaktion

Depressiver Liebeskummer und depressive Trauer 

Insbesondere der Verlust des langjährigen Lebenspartners durch Tod aber auch manche Trennungen können zu einer schweren depressiven Reaktion bei den Verlassenen führen. Im Hintergrund der depressiven Symptomatik spielen mobilisierte frühkindliche Verlassenheitsängste aber auch die schwere narzisstische Kränkung des Selbstwertgefühls, in Verbindung mit der damit verbundenen immensen und ziellos gewordenen Wut die entscheidende Rolle. Depressiver Liebeskummer und depressiv-pathologische Trauer sind unbedingt therapiebedürftige seelische Störungen.

Angstneurotisch-depressive Liebeskummer und Trauer 

In manchen Fällen führt Liebeskummer und Trauer zu schwersten Unruhezuständen und kaum erträglichen Ängsten bei den Betroffenen. Nach dem Verlust einer offensichtlich nicht verzichtbaren Bezugsperson, zu der eine teilweise unbewusste kindliche Abhängigkeit besteht, droht diesen Patienten nach Trennung oder Tod des Liebesobjektes der Verlust der eigenen psychischen Existenz. Die angstneurotische Form des Liebeskummers muss unbedingt durch Psychotherapie aufgefangen werden und ist im allgemeinen gut therapierbar. 

Ob es sich um eine normalpsychologische oder pathologische Form des Liebekummers oder der Verlustreaktion handelt, kann nur durch eine zumindest teilweise begleitende Psychotherapie entschieden werden.

Google